
SHANGHAI – China hat die Bedenken der thailändischen Regierung und Bevölkerung wegen Panzerlieferungen an Kambodscha offen eingeräumt. Peking erklärte, der Kaufvertrag sei vor Ausbruch des Konflikts geschlossen worden – und gab die ausdrückliche Zusicherung, das gelieferte Militärgerät werde unter keinen Umständen gegen Thailand eingesetzt.
Premierminister Anutin Charnvirakul traf sich in Shanghai mit dem chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping zu bilateralen Gesprächen. Neben Wirtschafts- und Technologiefragen stand vor allem ein heikles Thema auf der Agenda: die chinesischen Panzerlieferungen an das Nachbarland Kambodscha.
Kaufvertrag vor dem Konflikt geschlossen – Lieferung verzögert
China räumte in den Gesprächen ein, dass es die Bedenken Thailands vollständig verstehe. Peking erklärte jedoch, die Bestellung der Panzer sei lange vor Beginn des Konflikts aufgegeben worden – ein Vertrag, den China erfüllen musste.
Während der Kampfhandlungen hatte China die Lieferung zunächst zurückgehalten, weil man die Sensibilität der Situation erkannte. Letztlich sei man aber vertraglich verpflichtet gewesen, die Ausrüstung zu übergeben.
Peking garantiert: Panzer werden nicht gegen Thailand eingesetzt
China gab eine klare Zusicherung: Unter den vereinbarten Bedingungen werde das an Kambodscha verkaufte Militärgerät unter keinen Umständen dazu verwendet, Thailand zu schaden.
Anutin sprach von einem offenen und konstruktiven Austausch. Thailand habe seine Sichtweise zu den Rüstungstransfers in der Nachbarschaft klar kommuniziert und gleichzeitig betont, keinen Konflikt mit einem Nachbarland anzustreben.
Souveränität Thailands und Schutz der Bevölkerung
Anutin unterstrich, Thailand müsse trotz des Friedenswillens seine Souveränität wahren und die Sicherheit der eigenen Bevölkerung gewährleisten. Diese Haltung sei Xi Jinping gegenüber klar geäußert worden.
China habe Verständnis für die thailändische Position signalisiert. Beide Seiten verständigten sich darauf, die Beziehungen zwischen den Nachbarländern gemeinsam zu verbessern.
Xi bietet Vermittlung an – und schlägt Treffen außerhalb Thailands vor
Präsident Xi bot an, als Vermittler tätig zu werden, um die Beziehungen zwischen zwei nicht namentlich genannten Nachbarländern wiederherzustellen. Damit die Zusammenarbeit weitergehen könne, ohne Unbehagen bei einzelnen Teilnehmerstaaten auszulösen, schlug China vor, ein geplantes Kooperationstreffen statt in Thailand in China auszurichten.
Anutin dankte der chinesischen Seite für den herzlichen Empfang. Er überbrachte zudem eine königliche Einladung von König Rama X. an Präsident Xi und dessen Frau zu einem Staatsbesuch in Thailand – Xi erklärte sich bereit, sobald beide Seiten einen passenden Termin finden.
Kooperation in Wirtschaft, Sicherheit und Technologie bekräftigt
Neben dem Panzer-Thema bestätigte China, die Zusammenarbeit mit Thailand in den Bereichen Wirtschaft, Sicherheit, Technologietransfer und gemeinsame Personalausbildung fortzuführen. Konkrete Abkommen oder Zeitpläne wurden nicht bekanntgegeben.
Was denkst du darüber? Schreib uns deine Meinung in die Kommentare.
Quelle:Nation Thailand