
Thailand – Der Getränkeriese Thai Beverage (ThaiBev) lotet einen Verkauf seines lukrativen KFC-Filialnetzes in Thailand aus. Mehr als 500 Hähnchen-Restaurants könnten den Besitzer wechseln.
Prüfung mit Bank of America läuft
Hinter den Kulissen arbeiten die von Milliardär Charoen Sirivadhanabhakdi kontrollierten Thais bereits mit einer Schwergewicht-Bank zusammen. Die Bank of America sondiert das Interesse möglicher Käufer für die Kette QSR of Asia (QSA).
Die Gespräche sind noch im Fluss und können jederzeit ohne Ergebnis enden. Eine offizielle Verkaufsankündigung gibt es nicht, ThaiBev schwieg auf eine Anfrage, und auch die Bank of America gab keinen Kommentar ab.
Der größte Hähnchenbrater des Landes
QSA ist nicht irgendein Betreiber, sondern mit Abstand der größte KFC-Franchisenehmer Thailands. Im ganzen Land steuert die ThaiBev-Tochter mehr als 500 Filialen.
Das Imperium wurde 2017 mit einem dicken Scheck geschmiedet. Damals legte ThaiBev für 240 gekaufte Filialen satte 11,4 Milliarden Baht auf den Tisch.
Drei Spieler teilen sich den Markt
Der Markt für die panierten Hähnchenteile in Thailand verteilt sich auf drei Franchisenehmer. Neben QSA brutzeln auch die Central Plaza Hotel Public Company Limited und die Restaurants Development Company Limited unter der Marke KFC.
Letztere wird von Devyani International gestützt. Yum Brands aus Louisville, Kentucky, hält als globaler KFC-Eigner die Fäden in der Hand und führt auch Taco Bell und Pizza Hut.
Das Geschäft bröckelt als Gewinnbringer
Der mögliche Verkaufsgrund liegt in den mageren Erträgen der Lebensmittelsparte. In den sechs Monaten bis zum 31. März 2026 warf das Segment nur einen zurechenbaren Gewinn von 54 Millionen Baht ab – bei einem Umsatz von 11.325 Millionen Baht.
Die Marge dümpelt damit bei rund 0,5 Prozent. Zum gesamten Konzerngewinn von fast 16 Milliarden Baht steuerte das KFC-Geschäft nur 0,34 Prozent bei, ein Klacks verglichen mit den sprudelnden Getränkeerlösen aus Chang-Bier und SangSom-Rum.
Konkurrent machte es einst vor
Ein Verkauf der Hähnchenkette wäre kein Novum in der Branche. Bereits 2020 spielte der Konkurrent Restaurants Development mit dem Gedanken, sein Thailand-Geschäft zu verkaufen.
Damals wurde das Paket mit rund 200 Filialen und 4.000 Beschäftigten auf etwa 200 Millionen US-Dollar taxiert. Auch bei ThaiBev würde ein Deal die Läden nicht verschwinden lassen, sie gingen nur in neue Hände über.
Kein Abschied vom Markt, nur ein Besitzerwechsel
Für die Kunden im Königreich ändert sich vorerst nichts. Selbst wenn der Milliarden-Deal zustande kommt, steht keine Schließungswelle an. Das Geschäft würde lediglich von einem Tresen zum nächsten weitergereicht, ohne dass eine der über 500 Filialen aus dem Straßenbild verschwindet. Die Marke mit dem weißen Anzug und der schwarzen Fliege bleibt den Thais erhalten.
Lesen Sie auch:Immobilien in Thailand – Die Strohmann-Falle
Was denkst du darüber? Schreib uns deine Meinung in die Kommentare.
Quelle:AseanNow