[size=medium][font=Calibri,sans-serif]Das Schöne als Farang in diesem Land ist ja, dass man meinen kann was man will und keinen interessiert es auch nur im Ansatz. Vielleicht sollte man deshalb das angeblich so riesige Problem Ausländerkriminalität mal versuchen etwas objektiviert einzuordnen. Zugegeben, nicht ganz einfach, da es zumindest meiner Kenntnis nach keine allgemein zugänglichen, halbwegs aussagekräftigen Statistiken dazu gibt. Ganz im Gegenteil, behauptet wird beispielsweise, dass sich die Zahl der Overstayer seit Einführung der 60+30 Tage Visafreiheit für 93 Länder auf 12.000 pro Jahr verdoppelt hätte. Sorry, solche Zahlen sind Unfug! Erstens weil die 60+30 Visafreiheit noch gar kein Jahr lang existiert. Und zweitens muss mir mal einer erklären wie eine Reduktion der visafreien Zeit zu weniger Overstayern führen könnte. Mit einem halbwegs intakten Verstand muss man zwangsläufig zu dem Ergebnis kommen, dass es eher mehr als weniger werden. Und drittens, wenn man die Zahlen schon Ernst nehmen will, bei knapp rund 40 Millionen Touristen pro Jahr entsprechen 12.000 Oerstayer einem Anteil von 0,03 %. Anders ausgedrückt 3 Promille! Ein gestandener bayerischer Stammtischbruder fährt damit fast noch brav nach Hause. Zugegeben sehr illegal![/font][/size]
[size=medium][font=Calibri,sans-serif]Vielleicht darf man mal daran erinnern, dass eine Überziehung des visabefreiten Aufenthaltes jahrzehntelang als lässliches Bagatelldelikt galt. Es ist noch gar nicht solange her, dass man dieses zu einer ganz üblen Straftat mit sehr ernsten Folgen aufgeblasen hat. Aber wie auch immer, wird eine Überziehung als Basis für weitere Straftaten, insbesondere illegaler Arbeitsaufnahme angenommen. Sowas ist in keinem Land gern gesehen und in Ländern mit einem sehr ausgeprägten Protektionismus ganz besonders. Und der Arbeitsmarkt in Thailand ist für Ausländer sogar extrem reguliert und eingeschränkt. Ich beziehe mich jetzt ausschließlich auf Ausländer aus den 93 Ländern mit der Visafreiheit von 60+30 Tagen denn es wird ja behauptet diese müsse man verkürzen damit diese den Arbeitsmarkt nicht mit Dumpinglöhnen als Illegale kaputt machen. Mir wäre jetzt nicht bekannt, dass irgendeiner von denen erst nach beispielsweise 31 Tagen oder noch später auf die Idee gekommen wäre illegal im Land zu bleiben und einer Tätigkeit nachzugehen. Aber siehe Satz 1.[/font][/size]
[size=medium][font=Calibri,sans-serif]Dabei wäre eine erfolgversprechende Idee die illegale Beschäftigung zu Dumping-Löhnen entgegen zu treten den Arbeitsmarkt weitestgehend zu liberalisieren. Klingt verrückt, oder? Aber in Kombination mit einfach einklagbaren Arbeitnehmerrechten wie beispielsweise auf den Mindestlohn würde Arbeitgeber nicht mehr reizen billigste Lohnsklaven zu beschäftigen. Ok, ich gebe zu, das klingt futuristisch und eine allzeit willfährige Justiz dazu auch nicht wirklich hilfreich. Dazu käme dann auch noch diese Konkurrenz mit den Ausländern wer die bessere Arbeit abliefern kann. Wo man es sich doch schon ewig so bequem in diesem geschützten Raum gemacht hat.[/font][/size]
[size=medium][font=Calibri,sans-serif]Geht also dieses Argument der illegalen Beschäftigung nicht auf, dann wird gerne die sonstige Kriminalität angeführt. Vom kleinen Taschendieb bis hin zum Meuchelmörder. Doch auch das hat mit der Länge des visabefreiten Aufenthaltes so gut wie nichts zu tun. Nehmen wir nur mal als ein Beispiel den gerade aktuellen Fall des Chinesen welcher eine Transe umgebracht und ausgeweidet hat. Dazu genügt ein Aufenthalt von weniger als 24 Stunden. Professionelle Verbrecherbanden von Rockern bis hin zu Triaden und Yakuza ist es zudem völlig egal wie lange sie legal im Land sein dürften. Gegen diese hilft meines Erachtens nur ein hoher Fahndungsdruck. Sowas sind kriminaltechnische Herausforderungen denen man aber nicht mit noch so vielen bürokratischen Visaregeln begegnen kann.[/font][/size]
[size=medium][font=Calibri,sans-serif]Ein Baustein in die richtige Richtung könnte vermutlich das TDAC darstellen. Könnte deshalb, wenn denn dieses mit internationalen Verbrecher-Datenbanken abgeglichen werden könnte. Nur, solange selbst die eigenen Datenbanken der Immigration nicht synchron laufen, wie soll man da so viel mehr erwarten können? Dazu kommt, dass Datenschutz außerhalb Thailands weniger als Schutz der Daten und mehr als Schutz vor Daten interpretiert wird macht das ganze bestimmt nicht einfacher. Und irgendwie werde ich den Eindruck auch nicht los, dass das TDAC mehr als nur eine Vorstufe zum Einkassieren einer Eintrittsgebühr ins Land darstellen könnte. Die USA und UK diesbezüglich als prominente Vorreiter haben es ja gezeigt wie’s geht.[/font][/size]
[size=medium][font=Calibri,sans-serif]Bleiben noch die auffälligen Touristen übrig die aus welchen Gründen auch immer böse über die Stränge schlagen. Dem kann man aber mit Visaverkürzungen gar nicht beikommen. Und vor allem, das ist ja keine neue Entwicklung. Anders geworden ist nur, dass irgendein Depp garantiert das Mobile drauf hält und jeden Tag für ein paar Klicks ein neues Schwein durch’s mediale Online-Dorf getrieben wird. Oder aber ich will solche Touristen ganz grundsätzlich nicht mehr. Das könnte ganze Ländergruppen betreffen oder aber man sperrt gleich so Hotspots wie Pattaya, Phuket und andere einfach zu. Nur das will man dann aber auch nicht.[/font][/size]